Geschwister in Rom
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Mit dem Zug durch Europa – Interrail 2018

Vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich mein Abitur geschrieben und als ich dann mein Zeugnis in der Hand hielt, war ich endlich frei. Das Gefühl werde ich nie vergessen. Da quält man sich 12 Jahre jeden Morgen in die Schule und am Ende fällt der Abschied trotzdem schwer. Und das, obwohl ich echt nicht gerne in die Schule gegangen bin und unendlich erleichtert war, als diese Kapitel meines Lebens vorbei war und ich das erste Mal in meinem Leben selbst entscheiden konnte, was ich mit meinem Leben anfange. Das ist wirklich eine verrückte und ungewisse Zeit weil man ja nichts anderes kennt als in die Schule zu gehen.

In dem darauf folgenden Sommer habe ich diese Freiheit direkt genutzt, habe mir meinen zu der Zeit noch 15-jährigen Bruder geschnappt und zusammen sind wir für 3 Wochen durch Europa gereist. Wir haben uns ein Interrailticket gekauft, mit dem wir an 7 Tagen innerhalb eines Monats in ganz Europa mit dem Zug reisen konnten.

Ich weiß, es ist ziemlich außergewöhnlich so eine Reise mit seinem 3 Jahre jüngeren Bruder zu machen aber ich bereue diese Entscheidung kein Stück. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit zusammen, haben uns nicht ein einziges Mal gestritten und sind noch enger zusammengewachsen.

Schon während unserer Planung war uns klar, dass wir uns auf Frankreich und Italien konzentrieren möchten, weil es dort viele Orte gab, die wir schon immer mal sehen wollten. Mein absoluten Lieblingsstädte in Europa sind bisher Paris und Venedig und die wollte ich meinem Bruder natürlich auch unbedingt zeigen. Für meinen Bruder war klar, er möchte auch gerne etwas Entspannung haben, deshalb haben wir auch einige Tage an der Cote d’Azur verbracht. Natürlich haben wir versucht unsere Strecken so zu planen, dass wir nicht so oft umsteigen müssen und insgesamt nicht so lang im Zug zu sitzen.

Es war gar nicht so leicht alles in 3 Wochen zu packen und trotzdem genug Zeit an jedem Ort zu haben aber ich war ziemlich zufrieden mit unserer Strecke. Man kann Interrail auch viel spontaner machen aber gerade im Sommer und mit einem kleinen Budget ist es gut vorher zu planen, die Unterkünfte zu buchen und Reservierungen für die Züge, in denen man reservieren muss, zu machen.

Es lief eigentlich alles ziemlich glatt. Nur als wir von Rom nach Florenz fahren wollten und etwas spät dran waren, sind wir aus Versehen in einen Zug gestiegen, mit dem wir mit unserem Ticket eigentlich nicht fahren durften. Ich dachte wir könnten einfach beim nächsten Halt aussteigen und einen anderen Zug nehmen aber da gab es ein kleines Problem. Die nächste Haltestelle war Florenz. Wir mussten also Tickets kaufen. Beide zusammen hätten knapp 120 Euro gekostet. Zum Glück konnte ich mit einer sehr netten Zugangestellten verhandeln, ihr die Situation erklären und am Ende mussten wir nur ein Ticket kaufen und waren viel früher in Florenz als geplant. Das ist nochmal gut gegangen.

Die 3 Wochen waren sehr intensiv, weil wir non-stop aufeinander hingen, andauernd unsere Sachen packen mussten, um in die nächste Stadt zu fahren, viel Zug gefahren sind, wir so oft Karten gespielt haben, dass es uns irgendwann zu viel wurde, uns fast nur von Baguette, Pizza und Eis ernährt haben, sehr viel gelaufen sind und noch viel mehr gesehen haben.

Wir haben in Paris Croissants gegessen, haben den Ausblick vom Eiffelturm genossen, Fotos vor Notre Dame gemacht, sind in der Abendstunde durch die belebten Straßen von Montmartre gelaufen und haben uns im Jardin des Tuileries ausgeruht. In Cannes sind wir an der Promenade an den schicken Hotels vorbei geschlendert, waren im türkis-blauen Meer baden, haben uns ein Feuerwerk angeschaut und haben unsere Seele baumeln lassen. Wir haben uns von der Aussicht auf das traumhaft schöne türkis-blaue Meer in Nizza verzaubern lassen, haben die schicken Autos in Monte Carlo bewundert und haben mit einem erfrischenden Getränk, auf der Terrasse von Starbucks die Aussicht auf Monaco genossen.

Fotos vor dem Dom in Mailand waren natürlich auch ein Muss, genau wie eine Münze in den Trevibrunnen in Rom zu werfen, das Collosseum anzuschauen, am Tiber zu sitzen und durch die Gässchen von dem Stadtteil Trastevere zu schlendern und leckeres Eis zu essen. Wir haben uns den schiefen Turm von Pisa angeschaut, sind über die Ponte Vecchio in Florenz gelaufen und haben Michelangelos David und die Santa Maria del Fiore bestaunt. In Venedig sind wir nicht nur mit den Vaporetti durch den Canale Grande gefahren und durch die Gässchen gelaufen, wir haben aufgrund der Hitze auch ständig Schatten gesucht, sind über den fast leeren Markusplatz gelaufen, waren am Strand und haben die bunten Häuser auf Burano bewundert.

Insgesamt war es eine zwar echt anstrengende aber auch unglaublich schöne, gelungene Reise, die wir beide sehr genossen haben. Ich kann Interrail wirklich weiterempfehlen und habe ein kleines Video mit einigen Eindrücken von unserer Reise zusammengestellt. Vielleicht lenkt es euch ja etwas von dem graue Wetter momentan ab.

Hier sind nochmal meine Lieblingsfotos von der Reise

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